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Kenia ist ein Land welches entlang der Linie der verschiedenen Stämme tief gespalten ist. Eine der ersten Fragen untereinander ist meist irgendwie verbunden mit der Stammeszugehörigkeit. Kamba, Kikuyu oder Massai - man ist eigentlich nur mit seinesgleichen zusammen. 
Als wir die Arbeiter hier hatten, die die Mauer gebaut haben, waren es alles Kamba... Unsere Hausangestellte hatte lange große Vorbehalte gegen unseren Gärtner, er ist halt von einem anderen Stamm.
Politik ist klar an dieser Linie getrennt, das merkt man spätestens wenn wieder gewählt wird, gerade beginnt der Wahlkampf wieder für das kommende Jahr. 

Umso mehr Bemühungen gibt es dann doch anders Einheit des Landes zu arbeiten. Das Nationalbewusstsein ist vorhanden und da nächsten August wieder gewählt wird gibt es viele Bemühungen auf die Einheit des Landes über Stämme hinaus zu betonen.

Eine Aktion die seit letzter Woche läuft ist eines der vielen Beispiele dafür und ein Beispiel welche unglaubliche Kraft Socialmedia hier haben.
Der größte lokale Mobilfunkanbieter hat eine Challenge ausgerufen in dem Unternehmen und einzelne sich gegenseitig dazu aufrufen die kenianische Nationalhymne zu singen.

Das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen:

 

 

  

 

 

 

 

Die meisten haben sicher in den Medien und Sozialen Netzwerken gelesen, dass vor kurzem in Nairobi ein Anwalt der für International Justice Mission (IJM) arbeitete verschwunden ist und seine Leiche zusammen mit der seines Klienten und des Taxifahrers mit dem sie unterwegs waren in einem Fluss gefunden hat. 

Zu den Einzelheiten gibt es einiges in den Medien. Zum Beispiel hier:

http://www.dw.com/de/proteste-nach-mord-an-menschenrechtsanwalt-in-kenia/a-19376478

http://blog.ijm-deutschland.de/justiceinkenya/           (Dietmar Roller war Missionar der AM in Geita/Tansania)

Dieser Fall ist groß in den Medien weil dahinter eine große internationale Organisation steht die viel Einfluss nehmen kann und die Mittel hat den Fall öffentlich zu machen. Dies sicherlich gut, da es leider in Kenia zu Tagesordnung gehört, dass Menschen verschwinden und oft genug stecken Polizei oder andere staatliche Stellen dahinter.

Fast täglich liest man in den Zeitungen und bei Twitter von Erschießungen durch die Polizei oder das Menschen im Polizeigewahrsam spurlos verschwinden.

Jeder der von der Polizei verdächtigt wird, steht in der Gefahr nicht zu überleben. oft werden sie bei der Verhaftung erschossen, weil sie angeblichen Widerstand leisteten. Krasses Beispiel ist der Fall einer Jugendbande von 8 Jugendlichen die im März erschossen wurde. Schnell waren Bilder im Umlauf wo alle ordentlich aufgereiht an der Straße lagen, das Gesicht nach unten und die Hände auf dem Rücken. Man fand, dass alle mit 2-3 Schüssen von hinten aus der Nähe regelrecht hingerichtet wurden!  Beweise, dass sie wirklich kriminell waren fand man bei den wenigsten der Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren. Eine Untersuchung, oder gar ein Verfahren gegen die Polizei gab es natürlich nie. Letztendlich war der Großteil der Bevölkerung glücklich und zu frieden, denn es waren ja alles Verbrecher!
Fast täglich werden irgendwo Diebe auf ähnliche Art und Weise eliminiert.

Sicher ist ein Kalkül der Polizei die Abschreckung, ein anderer ist, dass selbst die Polizisten wissen, dass das Justiz System extrem korrupt ist und die meisten Verbrecher schnell wieder frei sind.
Aber eine Rechtfertigung ist das nicht und vor allem ist es keine Lösung für das immer größer werdende Problem der Kriminalität.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Fälle in denen vollkommen Unschuldige von der Polizei beschuldigt werden. So wurde einer verhaftet weil er angeblich eine Polizeiwaffe gestohlen hatte, dabei hatte der Polizist sie im Suff verloren! Da er dies natürlich nicht zugeben wollte musste er jemanden finden der die Schuld aufgedrückt bekam.

Es gibt unfassbar viele Fälle in alle Richtungen, was bei allen gleich ist, ist dass es keinen Grund gibt Vertrauen in die Polizei und das System zu haben. Das ist auch tief in den Menschen drin und das Misstrauen der Polizei gegenüber ist riesig. Noch größer aber ist die Überzeugung dem ganzen hilflos ausgeliefert zu sein. Der Gewalt durch die Polizei, aber auch genau so durch die Kriminellen. Deshalb wird leider auch genauso oft das Gesetz in die eigene Hand genommen und durch Selbstjustiz gelöst. 

In dem Fall jetzt scheint es wirklich mal einen Aufschrei in der Bevölkerung zu geben und die Polizei zu merken, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. 

IJM hat eine online Kampagne gestartet, wer die Petition unterstützen möchte, der kann das hier tun:

http://ijm-deutschland.de/justiceinkenya/ 

Bildquelle: International Justice Mission (www.facebook.com/InternationalJusticeMission)

 

Hanna war auf Klassenfahrt, von dort haben wir sie heute wieder abgeholt. Das Haus liegt in mitten von Kaffeefeldern und da dort auch die Klassenfeier stattfand, hatten wir etwas mehr Zeit dort.
So konnten wir etwas durch die Kaffeefelder laufen und uns anschauen wie Kaffee geerntet wird.

Dabei trafen wir auf eine ganze Gruppe von Arbeitern die auf die Abholung der geernteten Bohnen warteten. Sie werden für die Menge bezahlt die sie ernten, jeder der Arbeiter hatte seinen Sack und wartete auf die Vorarbeiter die wiegen kommen und dann den Lohn zahlen.

Gemessen wird das pro „debe“, das ist ungefähr ein 20L Eimer mit Haufen drauf, ca. 30kg. Dafür bekommen sie 70 Schilling bezahlt, das sind ca. 0,75€.
Ein guter Pflücker schafft ungefähr drei, ganz selten 5 debe an einem Tag. Arbeitsbeginn ist um 5 und geerntet wird bis 17:00. Also 210 Schilling  (2,25€) für 12 Stunden harter körperlicher Arbeit.

Mit einer anderen Frau sprach ich danach und sie war etwas zurückhaltender als die Männer. Sie sagte mir das sie 550 Schilling pro debe bekommt. Das kam mir seltsam vor, ein anderer Mann sagte ihr dann „ Huyu ni sio ya campuni“ „Er ist nicht von der Firma“.
Sie erklärten mir dann, dass sie angewiesen sind, wenn die Kontrolleure der westlichen Firmen kommen, erzählen müssen, dass sie 550 Schilling bezahlt bekommen! Im Gespräch kam dann heraus, dass sie auch schon deutsch Firmenmitarbeiter da hatten. „Ile campuni alikuwa na jina funny“ „ Die Firma hatte einen lustigen Namen“ Tchibo, heißt die werte Firma!
Die Arbeiter, die die Bohnen mühevoll pflücken bekommen 75cent für 30kg und werden dazu angehalten den Kontrolleuren der westlichen Firmen vorzulügen das sie fast 6€ bekommen damit man es dann als Fairtrade und Nachhaltig verkaufen kann!

Die Menschen haben keine andere Wahl, da die riesigen Plantagen alles Land beanspruchen bleibt ihnen keine Wahl als den Hungerlohn zu akzeptieren. Aber leben kann man davon nicht, so sagte einer dann auch zum Ende des Gespräches hin „Hii ni kawaida, sisi wadogo wanachapa kazi na wakubwa wana kula vizuri“ „ So ist das, wir kleinen machen die Arbeit und die großen Essen das gute Essen“.

Was aber wirklich dran ist am Fairtrade? Nun, wir haben im Gespräch mit den Rosenfarmern schon einmal das gleiche gehört. Und ich glaube wirklich kaum noch daran, dass die Produkte die als Fairtrade angepriesen werden den Menschen hier irgendwelche Vorteile bringen. Trotzdem begegneten uns die Menschen sehr freundlich und wie wir finden sehr offen. Wir hatten mit einer so direkten Wahrheit eigentlich gar nicht gerechnet. Wir möchten nicht aufhören zu hoffen, das Dinge sich ändern können. 

Ihr wollt uns besuchen kommen und an einem Missionseinsatz teilnehmen?

Für eine Internationale Konferenz an der Missionare und Zeltmacher aus ganz Afrika teilnehmen werden Mitarbeiter gesucht, die das parallel stattfindende Kinder- und Jugendprogram leiten und durchführen.

Die Konferenz findet in einem in grünen Teefeldern gelegenem Konferenzzentrum statt. Es werden ca. 80 Kinder allen Alters und aus vielen verschiedenen Ländern erwartet.

Während der Konferenz ist das Team Teil des Internationalen Leitungsteams und verantwortlich für den Bereich Kinder und Jugend.

Die Konferenz findet statt vom 27.12.16 – 1.1.17, Hauptredner wird Rabi Maharaji sein, Autor des Buches „Tod eine Gurus“.

Nach der Konferenz wird das Team weitere Einsätze mit Kindern in Kenia unternehmen. So ist ein besonderer Tag in einem Kinderheim geplant darüber hinaus weitere Einsätze.